Trend: Selbstliebe

„Zuerst musst du dich selbst lieben, um andere lieben zu können.“

Ein Spruch, der Trend ist. Selbstliebe. Wer hat heutzutage noch nicht von ihr gehört. Überall ist sie präsent. Im Fernsehen, in Zeitschriften und sogar im Gespräch mit der besten Freundin.
Aber ist Selbstliebe denn wirklich so wichtig und großartig, wie sie überall angepriesen wird?

Es wird behauptet, dass man ohne sich selbst zu lieben, andere Menschen auch nicht lieben kann. Dass man sein Glück nicht im Außen finden kann, sondern nur im Innen, in sich selbst. Gar keine Frage, die Liebe zu sich selbst ist definitiv wichtig. Denn du bist dafür verantwortlich dafür zu sorgen, dass es dir gut geht. Nur du selbst weißt, was du gerade in diesem Moment brauchst. Nur du allein. Niemand kann deine Gedanken lesen und dir alle Aufgaben abnehmen. Selbstliebe hat meines Erachtens ganz viel mit Achtsamkeit zu tun. Achtsamkeit gegenüber dir selbst, deinem eigenen Körper, aber auch deinen Gedanken.
Häufig gerät man in seinem Leben aber in Situationen, die einem vielleicht nicht gefallen und die einem nicht gut tun, man sie aber dennoch nicht ändern kann. Und jetzt?

„Werde dir über die Wichtigkeit der Liebe zu dir selbst bewusst und ändere deine Einstellung gegenüber der Situation. Dann kannst du glücklich sein.“ – könnte man dazu vielleicht in einem Ratgeber lesen.

Und diese Tipps haben meiner Meinung nach auch ihre Berechtigung. Aber die Selbstliebe allein reicht nicht zu einem glücklichen Leben.

Vielleicht sollte man vorerst einmal definieren was Glück überhaupt bedeutet.
Ich habe lange überlegt, was Glück für mich persönlich bedeutet. Vielleicht mag es für dich eine andere Bedeutung haben, aber ich verbinde Glück mit Liebe. Glück ist für mich Liebe in meinem Leben zu haben. Damit meine ich nicht nur die Liebe zu einem Partner. Ich meine all das, für das du Liebe empfindest. Seien es deine Familie, deine Haustiere oder deine Freunde. Und nicht zu vergessen du selbst!

Das heißt: Glück resultiert aus Selbstliebe UND aus Liebe in Verbindung mit anderen Menschen.

Selbstliebe hin oder her. Ohne die Liebe zu und von anderen Menschen ist unser Glücksglas nur halb voll. Wir sind alle Teil eines großen Ganzen, alles wirkt aufeinander ein. Wir können uns nicht komplett frei von äußeren Umständen machen. Auch das Außen hat einen gewissen Einfluss auf uns und unser Glücksempfinden. Außen und Innen gehören zusammen.
Selbstliebe ist wirklich ein wichtiges Thema, da sie auf jeden Fall zu unserem Glücksempfinden beiträgt, aber alles hat seinen Gegenpol. Die Nacht den Tag. Die Dunkelheit das Licht. Und so auch das Selbst andere Menschen. Wir müssen nicht unbedingt glücklich sein und uns vollkommen selbst lieben, um Beziehungen eingehen zu können. Wir können auch durch Beziehungen lernen. Beziehungen können uns beibringen was Glück bedeutet.
Natürlich sollte man sich in einer Beziehung auch nicht zu abhängig von der anderen Person machen. Aber wir Menschen brauchen einander. Wir können nicht ohne einander. Und es ist völliger Quatsch, dass wir uns bloß von niemandem abhängig machen dürfen. Ohne eine gewisse Abhängigkeit ist ein Zusammen nicht möglich.

Wenn wir unsere Priorität wirklich nur auf die Selbstliebe richten würden, wäre diese meines Erachtens gleichzusetzten mit „Gleichgültigkeit allem anderen gegenüber außer mir selbst“. Denn wenn wir nur auf die Selbstliebe und somit auf uns selbst fokussiert wären, hätten wir keine Liebe mehr für andere Menschen und Dinge übrig.

Das richtige Maß macht den Unterschied.

Aloha, Lea

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